Schafböcke-Einsiedler Spezialität

27. März / Nicole Raschle

Wer jetzt denkt es geht um waschechte Schafböcke, die auf der Weide grasen und ihren Tätigkeiten nachkommen, das muss ich euch leider enttäuschen. Es geht um das Wallfahrtsgebäck von Einsiedeln.

Schauen wir uns dies genauer an. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert wird das „Schäfli“, so wurde es dazumal genannt, schon erwähnt. In dieser Zeit durften die Krämer ihr Gebäck auf dem Klosterplatz anbieten. Jedoch waren die Verkaufsstände nicht in grosser Anzahl vorhanden, so dass immer nur ein paar der Krämer ihre „Schäfli“ und den Branntwein auf dem Einsiedler Klosterplatz verkaufen konnten. Früher wurden die Schafböcke vor dem Verkauf noch gesegnet, dies wird heute nicht mehr gemacht. Dass auch alles gesittet zu und her ging wurden Regeln erstellt die alle in der Krämerordnung zu finden sind. Einige Beispiele der Regeln:

  • Es durfte nicht gerufen oder gesungen werden
  • Es durfte nur so viel Wein ausgeschenkt werden, dass niemand davon stark alkoholisiert wurde
  • Das Gebäck durfte nicht von jungen „Meyttlin“ verkauft werden

Vielfach wurde das Gebäck Pilgern verkauft, die auf dem Jakobsweg durch das Dorf kamen. Durch dass das Gebäck Honig, Zucker, Mehl und Wasser als Grundzutaten beinhaltet, ist es relativ lange haltbar. Weitere Zutaten sind noch verschiedene Gewürze. Das Rezept wird bis heute streng geheim gehalten. Früher wurden alle Schafböcke von Hand hergestellt, heute sind die Holzformen modernen Maschinen gewichen. Heute werden die Schafböcke vor allem als Kaffeegebäck und Mitbringsel von Besuchern verkauft.

 

 

Quellen: Nostalgieladen zum goldenen Apfel Einsiedeln

Kulinarisches Erbe der Schweiz Patrimoine culinaire